Watt geht ab! Die Garmin Vector 2 Pedale im Test

Garmin Vector 2

Die wattgesteuerte Leistungsmessung ist aus dem Trainingsalltag vieler Triathleten und Radfahrer nicht mehr wegzudenken. Die Vorteile einer Steuerung der Trainingsintensitäten per Watt hat gegenüber der pulsgesteuerten Variante mehrere große Vorteile. Zum einen bildet die Wattzahl die aktuell erbrachte physische Leistung ab, während der Puls reaktiv ist und somit zeitverzögert agiert. Heißt konkret: bei kurzen Intervallen kann die Herzfrequenz gar nicht so schnell in den entsprechenden Bereich steigen und ist somit ohne Aussagekraft. Zudem ist die Herzfrequenz von vielen Variablen wie der Tageszeit und Temperatur abhängig und unterliegt natürlichen Schwankungen.

Für wen lohnt sich der Einsatz von Wattwerten? Grundsätzlich verspricht diese Form der Trainingssteuerung eine Leistungssteigerung sofern die Wattwerte der einzelnen Trainingsbereiche bekannt und das Training sinnvoll aufgebaut und durchgeführt wird. Durch einen strukturierten Einsatz der Werte werden „Junk Miles“ - also Trainingskilometer in zu niedrigen Intensitäten - genauso vermieden wie zu harte Intervalle, die den Sportler in ein Übertraining bringen können. Mir haben die Garmin Vector während meines Wintertrainings in Südafrika extrem geholfen, die vielen Anstiege im Bereich der Grundlagenausdauer zu fahren und nicht schon im Januar zu harte Einheiten zu trainieren. In den späteren Monaten ging es für mich in erster Linie um eine präzise Steuerung der qualitativen Kilometer, also Intervalle beispielsweise im Kraftausdauer- und Entwicklungsbereich. In Wettkämpfen helfen die Pedale bei der Ausführung einer festgelegten Pacing Strategie. Im Laufe einer Saison können die gesammelten Daten dem Sportler Feedback über seine Leistungsentwicklung geben und helfen damit, die kommenden Trainingsmonate zu planen.

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Grundsätzlich gilt: Die Trainingsbereiche sollten bekannt sein. Eine Leistungsdiagnostik oder spezielle Programme auf der Rolle liefern zuverlässige Daten. Außerdem sollte sich der Athlet mit den gemessenen Werten auseinandersetzen und zu einem gewissen Umfang analysieren und bewerten (lassen) können. Andernfalls sind Wattmesssysteme lediglich eine teure Spielerei.

Die Liste der Anbieter auf dem Markt ist lang und unterschiedliche Ausführungen (Kurbel, Kurbelarm, Pedale etc.) können erworben werden. Wieso also gerade Garmin? Die Antwort auf diese Frage ist mir bei meinen damaligen Überlegungen einfach gefallen. Ich möchte ein zuverlässiges und flexibles System, das ich sowohl auf meinem Triathlon- als auch auf dem Rennrad benutzen kann. Die Messung über das Pedal hat zwei große Vorteile: Zum einen kann das System innerhalb weniger Minuten von einem auf das andere Rad übertragen werden. Zum anderen wird die Kraft dort gemessen wo sie entsteht.

Die Garmin Vector können in zwei Ausführungen erworben werden. Die beidseitige Variante (Bild oben) ermittelt Wattwerte für beide Pedale und ermöglicht eine Auswertung der Zug- und Druckphasen

Die Gretchenfrage: ein- oder beidseitig? Die beidseitige Messung bietet im Vergleich zur einseitigen Variante (Vector 2s) eine differenzierte Betrachtung der Wattwerte beider Seiten. Dysbalancen können somit erkannt und ausgeglichen werden. Zusätzlich kann das beidseitige Pedalsystem Werte für die einzelnen Zug- und Druckphasen einer Pedalumdrehung ermitteln. Bei einer detaillierten Analyse kann der Athlet somit seine Ökonomie verbessern. Hier liegt der entscheidende Punkt: nur bei einer detaillierten Analyse und dem sicheren Umgang der übermittelten Daten liefert die professionellere Variante Vorteile im Vergleich zu den Vector 2s. Mir persönlich reicht das einseitige System, da ich mehrfach auf Indoorbikes mit Wattanzeige gefahren bin und eine symmetrische Kraftverteilung festgestellt habe. Die zusätzlichen Vorteile standen für mich somit in keinem Verhältnis zum finanziellen Mehraufwand. Und für alle Unentschlossenen gilt: eine Aufrüstung auf ein beidseitiges System ist bei den Vector 2s jederzeit möglich!

Mein Fazit: mein Gesamturteil fällt fast ausschließlich positiv aus. Mit Hilfe meines Trainers Nils Goerke ist es mir gelungen, einen gr0ßen Leistungssprung auf dem Rad zu machen. Zwar kann ich keine Garantie für die Richtigkeit der Wattwerte geben, in sich sind diese aber stimmig. Der An- bzw. Umbau der Pedale ist ein Kinderspiel und dauert nicht länger als 10 Minuten. Auch mit meiner Wahl, der „abgespeckten“ Variante, bin ich zufrieden, da sie mir all die Werte gibt, die ich für mein Training und die Auswertung im Nachhinein benötige. Auch benutzerfreundlich: Updates können drahtlos über Bluetooth installiert werden.

Zwei Nachteile habe ich während meiner mittlerweile 11-monatigen Erfahrungen mit den Vector 2s gemacht: zum Einen finde ich die Optik mit dem mitgelieferten Pedalsender gewöhnungsbedürftig. Dort gilt für mich jedoch: „form follows function!“ Zum anderen ist es mir mehrfach passiert, dass die Pedale nicht erkannt wurden, wenn sie aktiviert werden und danach für längere Zeit im Ruhemodus sind. In meinem Fall habe ich die Vector beim Einchecken in die Wechselzone aktiviert und bekam während des Radfahrens keine Werte. Lösung: den Garmin Edge erst auf dem Rad anschalten. Dennoch: Abzüge in der B-Note 😉

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Garmin Vector

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