Warum ich den Sport so liebe!

Ich hätte nicht gedacht, dass mich ein torkelnder Brite nach meinem Auslandssemester in England noch überraschen könnte, aber was ich Sonntag Nacht live vorm Computer erlebte, machte mich fassungslos und zeigte mir wieder einmal warum ich diesen Sport so liebe.

Ich war schon dabei kurz vor halb 2 nachts den Wecker zu stellen und Johnny Brownlee meine müde aber verdiente Anerkennung zu zollen, als sein Schritt 400m vor dem Ziel und dem damit verbundenen Weltmeistertitel plötzlich kürzer wurde und seine Pupillen hilflos irgendwo zwischen völliger Abwesenheit und panischer Angst von einem Augenwinkel zum anderen tanzten. Seine ohnehin schon spärliche Gesichtsfarbe war zu diesem Zeitpunkt sowieso schon komplett gewichen und sein Fersenhub erinnerte eher an einen Amateur, der bei Km 35 seines ersten Marathons erschrocken feststellt, was er sich da gerade zugemutet hat. Noch während mir die Kommentatoren etwas vom Pferd - bzw. dem effektiven Laufstil - erzählen wollen, lief Brownlee die erste Schleife, kollidierte fast mit den Bäumen seitlich der Laufstrecke und fiel in ein Holzkreuz als würde er die Sterne am Himmel suchen, die er vermutlich eh schon vor den Augen sah. Eine Kurve später, der Körper rebelliert vollständig und der Brite hält an. Nichts geht mehr - Aus. Vorbei. Feierabend! Was sich in den folgenden Momenten abspielte verpasst mir immer noch eine Gänsehaut und war bis dato ungesehen:

Alistair Brownlee, frisch gebackener Olympiasieger, verzichtete auf die Möglichkeit, einen weiteren prestigeträchtigen Tagessieg zu seiner illustren Titelsammlung hinzuzufügen und rettete zumindest den 2. Platz des kleinen Bruders. Richard Murray rauschte von hinten heran und - davon bin ich fest überzeugt - hätte die beiden überholen können. Er verzichtete. Auf 10.000$ Differenz auf dem Festgeldkonto, auf eine Podiumsplatzierung und Punkte für die WTS Rankings. Stattdessen zollte er beiden Briten stillen Respekt: Johnny für seinen Kampfgeist, seinen bedingungslosen Willen und die überwältigende Stehkraft. Und Alistair für seine Selbstlosigkeit und die Liebe zu seinem Bruder. Und er zollte Mario Mola Respekt: auf seinen Trainingskollegen und guten Freund wartete er, um mit dem neuen Weltmeister gemeinsam die Ziellinie zu überqueren und den besonderen Moment zu teilen. Man kennt sich, man schätzt sich. Er war kaum mit beiden Beinen gelandet, da erfuhr er schon die Worte der Anerkennung von Alistair, der das eben geschehene sichtlich zu schätzen wusste.

Und Mario Mola? Der hätte beinahe wenige Wochen nach der Enttäuschung bei Olympia seine nächste große Niederlage eingesteckt. Doch statt sich im größten Karriereerfolg feiern zu lassen, gab er sich bescheiden und demütig: so wolle er den Titel nicht gewinnen. Große Worte eines Ausnahmesportlers (und Menschen) zum Abschluss einer furiosen Saison.

All diese Emotionen und Werte, die nur der Sport in dieser Intensität vermitteln kann. Verpackt in 180 Sekunden absolutem Wahnsinn. Fair Play, Bescheidenheit, Demut, Willenskraft, Selbstlosigkeit, Respekt. „Drama, Baby!“ wie es Wolff-Christoph Fuß zu sagen pflegt.

Ich liebe diese Werte. Und die Bilder, die sich mir einbrannten wie bisher kaum ein anderes Sporterlebnis, das ich erleben durfte. Und trotzdem gibt es einen Teil in mir, der den Spielverderber geben möchte. Warum muss ein Finale einer WM Serie an einem Ort mit derart extremen Bedingungen stattfinden? Der Zusammenbruch von Johnathan Brownlee kam nicht von ungefähr und er war nicht der einzige Athlet, der dem Klima Tribut zollen musste. Am Tag vorher gab es im Elite Feld der Damen unzählige Aufgaben. Und noch viel schlimmer: da es sich um das Grand Final handelte, fanden unter der Woche schon zahlreiche andere Rennen statt. Amateure, U23 Triathleten und am schlimmsten: Junioren. Sie alle sollten auf Cozumel Höchstleitungen zeigen. Sind das die Bedingungen unter denen die weltbesten Junioren den Sprung zu den Profis schaffen sollen? Laura Lindemann verbrachte ihre Siegesfeier im Krankenhausbett statt auf dem Siegerpodest. Und während Brownlee, Mola und Schoeman die Geschehnisse der letzten Minuten zusammenfassten, zeigte der Livestream, dass Rollstühle und Liegetragen in Cozumel in diesen Minuten so gefragt waren wie sonst nur Sombreros.

Wieso findet ein derartiges Event mitten am Tag statt? Der Veranstalter hatte den Start auf Grund der extremen Hitze und Luftfeuchtigkeit bereits nach hinten verschoben. Von der prallen Mittagshitze in den frühen Nachmittag: er war sich der Problematik also bewusst. Wieso wird der Start nicht von Anfang an in die frühen Morgenstunden gelegt wenn die Temperaturen noch aushaltbar sind?

Es ist zum Glück gut gegangen. Der Sport hat Bilder bekommen, die sich vermarkten lassen und um die Welt gehen. Johnathan Brownlee geht es wieder gut. Die Trauer über den verpassten WM Titel dürfte schwerer wiegen als die körperlichen Nachwehen. Es hätte aber auch anders ausgehen können. Für Johnny und für viele andere (noch junge) Menschen. Dem sollte man sich bewusst sein, auch wenn der Triathlonsport in der Nacht auf Montag einen seiner triumphalsten Momente erlebte.

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