Perspektivwechsel: alles auf Anfang!

Dienstag Abend, ich absolviere die letzte wichtige Laufeinheit vier Tage vor dem Müritztriathlon in Waren. Mit der Mitteldistanz habe ich nach einem unbefriedigenden Rennen im vergangenen Jahr eine Rechnung offen und den Wettkampftag seit einem Jahr in meinem Kalender markiert. Der Körper fühlt sich nach drei Wochen im Dauerloch endlich wieder gut an, gehorcht und verarbeitet die Reize so wie der Coach und vor allem ich es möchte. Seit genau drei Tagen fühle ich mich wieder fit und bereit um ein gutes Rennen abzuliefern.


Die kurze Tempoeinheit ist fast abgeschlossen. Gerade laufe ich die letzten Meter eines 1000-Meter Intervalls, die Pace ist gut, das Gefühl kontrolliert. Zum vierten Mal steuere ich eine langgezogene 180-Grad Kurve an, mit dem Unterschied, dass ich mich dieses Mal IM Intervall und nicht ZWISCHEN den schnellen Abschnitten befinde. Der linke Fuß rutscht weg, ich habe weder Chance zu reagieren, noch mich abzurollen. Ziemlich unsanft lande ich mit der linken Schulter auf dem durchnässten Boden.

Dass ich mir beim Sturz das Schlüsselbein gebrochen habe war mir genauso schnell klar wie die Einsicht, dass es nicht klug war, den 1000er nach kurzem Schütteln noch zu Ende zu laufen. Adrenalin ist ein ziemlich außergewöhnliches Phänomen! Zum Glück ist der Trionik Lauftreff per Zufall vor Ort und Nadine ist so lieb, sich um das Häufchen Elend zu kümmern, das zusammengekauert in durchnässten Laufsachen auf einer Parkbank sitzt und in Ungläubigkeit und Tränen der Verzweiflung versinkt.

„Alles was passiert ist richtig!“

Wieso ich? Wieso jetzt so kurz vor’m Rennen? Das darf nicht wahr sein! Wie in solchen Situationen üblich drehen sich die Gedanken im Kreis. Immer und immer wieder das gleiche Szenario: eigentlich wollte ich doch auf’s Laufband. Wär ich bloß vorsichtiger gelaufen! Und überhaupt: wer bitteschön bricht sich beim Laufen das Schlüsselbein?!? Den Hohn und Spott muss ich wohl noch eine Weile ertragen.

Late Night Visit und verschlossene Stations-Türen um 22:30Uhr
Surgery first - Coffee second!
60 Watt und 55 U/Min, 25 Minuten wurden mir erlaubt

Zum Glück gehen mir auch positive Gedanken durch den Kopf; allem voran ein Motto, das mir meine Mama mit ihrer grenzenlosen positiven Energie ein Leben lang vor Augen gehalten hat: ALLES WAS PASSIERT IST RICHTIG! Folglich versuche ich das Positive aus der Verletzung zu ziehen oder zumindest einen Sinn zu erkennen. Die Antwort kommt am nächsten Morgen, nach einer Nacht ohne jede Minute Schlaf, den Röntgenbildern im Gedächtnis und ner guten Portion Schmerz in der Schulter: ich würde jetzt einfach nur gerne laufen!

Dieses Gefühl hatte ich eine ganze Weile nicht mehr. Die letzten Wochen und Monate standen zu häufig im Zeichen des falschen Pflichtbewusstseins. Das Privileg flexibler Zeiteinteilung und hoher Trainingsumfänge hat sich zur Bürde entwickelt. Langsam aber stetig hat sich meine größte Leidenschaft zu einer Last entwickelt. Ich wurde zur Geisel meiner eigenen zu hohen und unrealistischen Erwartungshaltung an mich selbst - damit bin ich vor etlichen Jahren schon ziemlich unsanft sprichwörtlich gegen die Wand gelaufen. Und das obwohl ich vor der Saison noch „einen Schuss mehr Gelassenheit“ als sportliches Ziel für 2017 ausgegeben habe. Eine böse Vorahnung?

An diesem Mittwoch Morgen wird mir bewusst, was ich in letzter Zeit vernachlässigt habe und was mir wirklich wichtig ist: einfach nur laufen, Rad fahren oder schwimmen. Rausgehen, mich bewegen, herausfordern und verbessern. Spaß haben! Vielleicht - nein, ganz bestimmt - ist diese Erkenntnis das „Gute“ dieser Verletzung. Ein Perspektivwechsel und letztlich ein Wandel meiner inneren Einstellung. Wenn mir die wochenlange Auszeit hilft, die verlorene Lockerheit wiederzufinden, kann ich gut damit leben, dass dieser Warnschuss zu einem auf den ersten Blick ziemlich ungünstigen Zeitpunkt, aber doch irgendwie genau richtig kommt.

Bis ich beurteilen kann, ob es mir gelingt die richtige Einstellung wiederzufinden, werden noch einige Wochen vergehen. Wochen voller Reha, wehmütigen Blicken auf Ergebnislisten der geplanten Rennen und der ein oder anderen schlaflosen und schmerzhaften Nacht. Bis dahin ist und bleibt ein Grundsatz unantastbar: „Alles was passiert ist richtig!“

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