Ironman Frankfurt – Das Umstrittene Neoprenverbot

Der „Badische Iron War“ wie ihn Andi Boecherer im Vorfeld betitelt und prognostiziert hat, zog mich genau wie hunderttausende Gleichgesinnte beim Ironman in Frankfurt in seinen Bann. Die Dramatik, die sich beim abschließenden Marathon entwickelte, war so in dieser Form in den großen Rennen der letzten Jahre nicht zu sehen und entwickelte sich zur besten Werbung für diesen Sport und zeigte deutlich auf, dass Ironman dank einer tollen Übertragung des Hessischen Rundfunks durchaus Fernsehtauglich sein kann. Dass es aber überhaupt zu dem Kampf um jede Sekunde zwischen Sebastian Kienle und dem wie befreit auflaufenden Andi Boecherer kommen konnte, war auf Grund eines offensichtlichen Fehlers im Regelwerk ein purer Glücksfall.


Was war geschehen? Der 3. Juli zeigte sich wie größte Teile des bisherigen deutschen Sommers von seiner ungemütlichen Seite und mit knappen 12 Grad lag ein kühler Tag vor den Athleten. Da die Wassertemperatur mit über 23 Grad gemessen wurde, herrschte für die Profis im Gegensatz zu den Age-Groupern Neoprenverbot. Viele der Profis hatten mit den kalten Temperaturen zu kämpfen; schließlich gab es einen Landgang und auch im Wasser ist man von der Lufttemperatur betroffen. Sebastian Kienle zitterte schon vor dem Start und verzichtete auf ein ausgiebiges Warm Up im Wasser um nicht nass auf den kommenden Landstart warten zu müssen. Auch Andi Boecherer gab im Interview nach dem Rennen zu „mit klappernden Zähnen“ aufs Rad gestiegen zu sein. Die großartigen Leistungen, die die beiden Ausnahmeathleten im Verlaufe des Tages noch zeigten, standen also schon vor den packenden Szenen am Main-Ufer auf der Kippe. Noch schlimmer erging es anderen Profis: Das prominenteste „Opfer“ war die Schweizerin Daniela Ryf, die völlig unterkühlt aus dem Langener Waldsee entstieg, sich minutenlang vergeblich versuchte aufzuwärmen und schließlich entkräftet das Rennen aufgab. Daniela Riesler musste sogar schon beim Schwimmen vom DLRG gerettet und anschließend mit einer schweren Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht werden.


Dass die Age-Grouper mit den geliebten Neoprenanzügen schwimmen durften, liegt an unterschiedlichen Regelungen was die Temperaturen und daraus resultierende Verbote oder Pflichten von Schwimmhilfen angeht. Für die Amateure gilt ein Neo-Verbot auf der Langdistanz erst ab 24,5 Grad. Nach den erlebten Szenen müssen wir froh sein, dass der Langener Waldsee an diesem Tag knapp unter dieser Marke lag.


Warum aber gelten für Profis und Amateure unterschiedliche Regeln? Klar, viele Triathleten sehen einen Neoprenanzug vor allem als Schwimmhilfe und gerade schwächere Schwimmer verzichten nur noch ungern auf den zusätzlichen Auftrieb. Dass Veranstalter und Verbände den Profis diese Hilfe nehmen möchten um ein möglichst natürliches Schwimmen zu gewährleisten ist durchaus legitim und sogar gutzuheißen. Dabei darf jedoch nicht die Gesundheit der Athleten riskiert werden. Dass der Neopren in erster Linie als Wärmeschutz entwickelt wurde, zeigten die Geschehnisse am 3. Juli 2016. Anders als in den meisten Szenarien mussten die Triathleten in diesem Fall jedoch nicht vor der Wasser-, sondern der Außentemperatur geschützt werden. Eine Variable, die in den Regeln der World Triathlon Corporation (WTC) nicht berücksichtigt wird.


Betroffen von den kühlen Bedingungen sind natürlich alle Athleten unabhängig ihres Niveaus. Dennoch gelten für Profis andere Bedingungen als für Altersklassen-Athleten. Durch einen - im Normalfall - geringeren Körperfettanteil sind Kienle, Ryf & co. bereits empfindlicher und die gezwungenermaßen volle Verausgabung im Wasser tut ihr Übriges, dass der Körper keine nötigen Energien hat um die Temperatur zu regulieren. Sebastian Kienle war im Nachhinein sogar froh, dass er „körperfett-technisch noch nicht in Kona-Form“ war. Bei Altersklassen-Athleten sind dies anders aus. Sie haben einen höheren Fettanteil und können es sich leisten, etwas ruhiger zu schwimmen und dem Körper die Chance zu geben, seine Temperatur konstant zu halten. Dass für die Profis dennoch strengere Regeln gelten als für Amateure muss daher kritisch hinterfragt werden.


Damit möchte ich auf gar keinen Fall ausdrücken, dass auch die Amateure bei solchen Bedingungen auf den Neoprenanzug verzichten müssen. Vielmehr muss das Regelwerk wesentlich flexibler gestaltet und Variablen wie die Lufttemperatur mit einbezogen werden um den Veranstaltern den nötigen Ermessensspielraum zu ermöglichen. Dass bei wärmeren äußeren Bedingungen ein Neoprenverbot für die Profis ausgesprochen kann, stärkere Schwimmer unterstützt und trotzdem keine gesundheitlichen Risiken eingegangen werden, liegt im Interesse aller Sportler und Zuschauer um grandiose Szenen wie auf und kurz vor dem Römerberg zu ermöglichen.

Ein Auszug der Produkte, die im täglichen Training und auf Wettkäpfen im Einsatz sind:

Bekleidung
* Mein Stirnband für Rennen: http://amzn.to/2ohKZyB
* Meine Socken für Wettkämpfe: http://amzn.to/2ohTE4a
Nahrungsergänzug
* Eiweiß für die richtige Regeneration: http://amzn.to/2ohOAwM
* Proteine ideal für unterwegs: http://amzn.to/2q3BqzP
* Liquid Gel für Wettkämpfe: http://amzn.to/2q3Kc0L
Ernährung
* Die nötige Portion dunkle Schokolade darf natürlich nicht fehlen: http://amzn.to/2p5Dh7W
* Quinoa ist für mich die bessere Pasta und Reis Variante: http://amzn.to/2prJrSS
* Und im Vorteils-Pack: http://amzn.to/2oCZurT
* Außerdem bin ich ein großer Fan von Chia Samen: http://amzn.to/2oCVt6Y
* Am liebsten auch direkt in großen Mengen 😉 : http://amzn.to/2p8mAbN
Trainings-Tools
* Mein Rollentrainer: http://amzn.to/2ohM7Cl


Die mit * markierten Links sind aus dem Affiliate Programm von Amazon. Bei einer Bestellung über diesen Link werde ich prozentual am Umsatz beteiligt.

Du magst vielleicht auch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.