Daniela Sämmler: „Ich möchte ein gutes Beispiel dafür sein, dass Leistungssport und Familie vereinbar sind!“

Daniela Sämmler (29) hat die Premiere des IRONMAN Hamburg souverän gewonnen und ihrer Karriere einen weiteren großen Erfolg hinzugefügt. Dass die in Darmstadt lebende Triathletin überhaupt als Profi aktiv ist, verdankt sie neben großem Ehrgeiz und Organisationstalent vor allem ihrem privaten Umfeld.


Einen Tag nach ihrem Triumph auf dem Hamburger Rathausmarkt bin ich mit Daniela Sämmler auf dem Sieger-Bankett verabredet und spreche mit ihr über die täglichen Herausforderungen, die ihr Dasein als Profi-Sportlerin, eigenes Kleinunternehmen und nicht zuletzt Mutter mit sich bringt. In die Rolle musste sie „anfangs erst einmal hineinwachsen“, gibt sie zu und verweist auf die Zeit nach der Geburt ihres Sohnes. Dieser kommt 2011 auf die Welt und Daniela stellt sich die Frage ob es möglich wäre, den Profi-Sport und ihre Familie unter einen Hut zu bringen. „Die erste Priorität hat ganz klar mein Sohn und meine Familie“, erzählt sie und macht deutlich, dass diese nicht auf der Strecke bleiben dürfen. Während ihrer Schwangerschaft merkt die Triathletin, wie sehr ihr der Sport fehlt. Auf der anderen Seite gibt es Zweifel und das Risiko, „lange seinem Traum hinterher zu laufen und [dass] der Erfolg ausbleibt.“ Den Zweifeln kann sie damals wie heute auch positive Seiten abgewinnen: „Ich glaube, dass Zweifel einen voranbringen können, weil man sich dadurch ständig hinterfragt.“

2012, im Jahr nach der Geburt ihres Sohnes, wird sie in das Erdinger Alkoholfrei Perspektiv Team aufgenommen. Dort kann sie zunächst von den Teamstrukturen und Sponsoren profitieren. „Das war damals die Voraussetzung, um die Karriere fortzusetzen. Ohne das Team im Hintergrund hätte ich den Schritt wohl nicht gewagt“, resümiert sie heute. Einer erfolgreichen Saison mit guten Ergebnissen folgt im Januar 2013 die Beförderung in das Erdinger Profi Team.

Eine Sache richtig zu machen ist schon schwer genug!

Parallel zu der rasanten sportlichen Entwicklung versucht Daniela sich ihren frühen Wunsch eines Studiums zu erfüllen. Drei Semester lang studiert die junge Mutter neben ihrer Profi-Karriere, merkt aber schnell, dass sowohl die Noten leiden, als auch die Regeneration oder die Familie auf der Strecke bleibt: „Ich glaube, eine Sache richtig machen ist schon schwer genug. Zwei Dinge zur gleichen Zeit sind fast unmöglich.“ Folglich legt sie das Studium erst einmal auf Eis. Die Familie dürfe nicht zu kurz kommen und auch mit den durchschnittlichen Noten tut sich die selbsternannte „Perfektionistin“ schwer.

Der Moment des großen Erfolgs. Foto: Marcel Hilger

In der Folge entwickelt sich Daniela nicht nur sportlich weiter, sondern baut sich gleichzeitig ein Umfeld auf, das es ihr ermöglicht, die vielen Verpflichtungen, die ihre Karriere mit sich bringt, unter einen Hut zu bringen. Ihr Sohn fliegt mit in Trainingslager; ist sogar auf Hawaii 2016 mit dabei. An seiner Seite sind häufig die Großeltern und unterstützen die Triathletin während der Reisen. Das Team wisse ganz genau „wie der Ablauf in diesen Camps ist. Das funktioniert sehr gut und ist mittlerweile super eingespielt.“

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Ende 2016 merkt Daniela dennoch, dass „das ganze Drumherum“ zu viel wird. Sie möchte weiterhin persönlichen und intensiven Kontakt zu ihren Sponsoren pflegen und etwas für die Unterstützung zurück geben. In Folge dessen engagiert sie ein professionelles Management, dass sich um Medien- und Sponsoren Angelegenheiten kümmert. Die Presse und Partner werden zeitnah nach Rennen informiert. „Das würde ich bei den vielen anschließenden Terminen gar nicht schaffen“, erzählt sie. Siegerehrung, Finish-Line Party, Interviews, Sieger Bankett; für Profi-Athletinnen wie ihr hört das Rennen eben nicht mit dem Erreichen des Ziels auf.

Nicht nur unmittelbar vor und nach den Rennen kann sich die 29-jährige auf die Unterstützung der soq media verlassen. Auch in Sachen Vermarktung ist der Austausch und die Zusammenarbeit intensiv. Daniela erzählt, dass sie vor allem die trainingsärmeren Phasen nutzt, um ihren Sponsoren „etwas zurückzugeben“. Entstanden dabei ist z.B. ein Film für und mit ihrem Sponsor AHP Merkle GmbH. Keine Frage: Daniela Sämmler ist damit Teil einer neuen Generation von Triathleten/innen, die nicht nur sportliche Entwicklungen verfolgen, sondern sich gleichzeitig Gedanken um Vermarktungspotenziale und Werte machen, für die sie stehen möchten: „Ich glaube, dass ich ein gutes Beispiel dafür bin, dass Leistungssport und Familie gut miteinander vereinbar sind, wenn das Umfeld stimmt und zusammen arbeitet.“

Es ist schade, wenn Leute es gar nicht erst versuchen.

Sie fände es „schade und unvorstellbar, wenn jemand für eine Langdistanz alles andere auf der Strecke lässt.“ Dass beides miteinander vereinbar ist, zeigt sie seit vielen Jahren. „Auf der anderen Seite“, sagt sie, „ist es genauso schade, wenn Leute gar nicht erst versuchen, sich auf eine sportliche Herausforderung wie z.B. einen Ironman vorzubereiten und Ausreden suchen, warum man gerade nicht zum Training kommt.“ Wenn man mit Daniela spricht merkt man, wie wichtig ihr die richtige Balance aus Ehrgeiz, strukturiertem Training und sportlicher Herausforderung auf der Einen, sowie Gelassenheit und Zeit für die Familie auf der anderen Seite ist.

Und dennoch beginnt jetzt auch für sie eine neue Phase in ihrer Karriere. Mit der Einschulung ihres Sohnes in der Woche nach ihrem Sieg beim Ironman Hamburg werden sich einige Aspekte ändern. „Natürlich wird es jetzt etwas schwieriger, weil ich meinen Sohn bis dato aus dem Kindergarten einfach mal für ein paar Tage rausnehmen konnte“, erzählt sie. Bei ihrer Klarheit und der erfolgreichen Karriere im Hinterkopf, entsteht nicht der Eindruck, dass die Triathletin die neue Konstellation nicht meistern würde.

Hawaii möchte ich so nicht stehen lassen!

Entsprechend ambitioniert sind ihre sportlichen Ziele. Ganz oben steht die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii. Im letzten Jahr erleidet sie dort einen fürchterlichen Einbruch, erreicht gerade so das Ziel und wird dort kurzzeitig bewusstlos. Im Krankenhaus, in dem sie einige Tage verbringen muss, wird ihr bewusst, dass sie an diesem Tag ihre Gesundheit auf’s Spiel gesetzt hat: „Das Rennen hätte ich nicht beenden dürfen!“ Daher sei Hawaii „ein Rennen, das ich so, wie es letztes Jahr gelaufen ist, nicht stehen lassen möchte.“ Zwar würde sie nicht um jeden Preis versuchen, bereits 2018 zur Weltmeisterschaft zu fliegen; wenn die jetzige Saison gut zu Ende geht und sie ein volles Punktekonto mit in die Vorbereitung nimmt, ist Hawaii aber fest eingeplant. Auch weil sich die zweifache Ironman Siegerin bewusst ist, dass die Weltmeisterschaft „ein Rennen ist, an dem man als Langdistanz-Athletin gemessen wird.“

Die Geschehnisse vom letzten Jahr haben dennoch ihre Spuren hinterlassen. So sagt sie über ihren langfristigen Karriere-Plan: „Mir ist es extrem wichtig, meine Karriere gesund zu beenden.“ Dementsprechend ziehe sie nach jeder Saison ein Resüme bevor sie die kommenden Jahre plane. Eine zentrale Rolle spielt auch dort ihre Familie: „Klar bestreite ich die Rennen alleine, aber im Hintergrund sind so viele Menschen involviert, die nicht auf der Strecke bleiben dürfen.“

Ich bin nachhaltig beeindruckt von der Klarheit, die Daniela schon einen Tag nach dem großen Erfolg von Hamburg an den Tag legt. Der Perfektionismus, der ständige Drang sich sportlich zu verbessern und die Zielstrebigkeit. All diese Attribute spiegeln sich in den Ergebnissen wieder, die sie in den letzten Jahren aufweisen kann. Auf der anderen Seite weiß die Profi-Sportlerin um ihre Rolle als Mutter und Familienmensch. Mit dem Organisationstalent, das sie tagtäglich beweist, ist sie für mich ein Vorbild für viele Age-Grouper, die dem Sport nicht selten eine zu große Bedeutung beimessen.

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Hoch über dem Hafen: Daniela Sämmler auf dem Weg zum Sieg beim Ironman Hamburg. Foto: Marcel Hilger

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